Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kam nicht über Nacht. Die genaue Größenordnung vielleicht. Das Szenario ganz sicher nicht.
Und trotzdem: kein vorbereitetes Statement. Keine erkennbare kommunikative Strategie. Kein Auftritt des Bundeskanzlers am Wahlabend.
Stattdessen: Schweigen.
Aus Sicht strategischer Kommunikation ist das für mich ein Desaster.
Für einen solchen Abend müssen Szenarien vorbereitet sein. Und bei einem Wahlergebnis dieser Tragweite hätte es mehr gebraucht als die üblichen Politiker-Sätze von „Wir haben verstanden“ oder „Wir nehmen das Ergebnis sehr ernst“.
Hier hätte der Bundeskanzler vor die Kameras gehört. Nicht nur der CDU-Vorsitzende.
Mit einer klaren, vielleicht unbequemen Ansage an das Land. Einer Einordnung dessen, was da gerade passiert ist. Mit Blick auf unsere Geschichte und die besondere demokratische Verantwortung Deutschlands. Mit Selbstkritik gegenüber der eigenen Politik – aber auch mit einer unmissverständlichen Grenze:
Bis hierhin und nicht weiter.
Nicht gegen Millionen Wähler gerichtet. Sondern als Bekenntnis dazu, wofür dieses Land steht. Und verbunden mit einer klaren Aussage, was die Bundesregierung jetzt anders machen will.
Das wäre Führung gewesen.
Denn: Wer in einer Krise nicht kommuniziert, verliert die Deutungshoheit. Wer als Kanzler in einem solchen Moment schweigt, liefert eine Bankrott-Erklärung von Führung.
P.S.: Ich bin selbst CDU-Mitglied – und erschüttert.

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